Sonntag, 9. April 2017

Buchrezension: Nächstes Jahr am selben Tag


Nächstes Jahr am selben Tag 

Autor: Colleen Hoover 
Verlag: dtv
Preis. 14,95 Euro
Seitenanzahl: 373


Ben und Fallon treffen sich zufällig in einem Diner. Die beiden fühlen sich sofort zueinander
hingezogen. Blöd nur, dass Fallon schon morgen von Los Angeles nach New York ziehen wird. Doch die beiden wollen sich wiedersehen und beschließen daraufhin sich jeden 9. November für 5 Jahre zu treffen. Dies tun sie, um eine Fernbeziehung aus dem Weg zu gehen, denn sie tauschen keine Handynummern oder E-Mail Adressen aus. Auch jeglich anderer Kontakt ist verboten. Doch 5 Jahre sind eine lange Zeit, wenn man sich schon beim ersten Treffen ineinander verliebt hat. Und manchmal kommt einfach das Leben dazwischen....



Wie immer habe ich mich wahnsinnig gefreut, als ich erfahren habe, dass Colleen Hoover ein neues Buch auf den Markt bringt. Da schon November 9 (Originaltitel) in den USA ein voller Erfolg war, war ich mir fast schon sicher, dass es in Deutschland auch ein Hit wird. Ich habe Recht behalten. Nur eben nicht damit, dass mir das Buch bestimmt auch so gut gefallen wird. Das Buch war wirklich toll, aber an manchen Stellen hätte ich es am liebsten gegen die Wand geworfen. 

Wie immer geht es mit den Charakteren los.
Also, als den weiblichen Hauptcharakter haben wir Fallon, die 18 Jahre alt ist und ihre Schauspielkarriere wieder auffrischen will in NY. Sie war mir wirklich sympathisch. Doch an einer oder zwei Stellen war ich teilweise schon etwas sauer, da sie etwas vermittelt hat, was komplett falsch ist. Dazu später mehr. 

Ben ist unser männlicher Hauptprotagonist mit dem ich am Anfang super klar kam. Er will Schriftsteller werden und hat ein Gefühl für Worte. Doch als ich schon etwas in das Buch rein gelesen habe, wurde er mir etwas unsympathisch. An einigen Stellen hat er überhaupt nicht vernünftig und richtig gehandelt, genau wie Fallon.

Hier die ersten Kritikpunkte: 

Während ich gelesen habe, habe ich mir immer wieder die Frage gestellt, ob sie sich am Ende 5 Tage oder 5 Jahre kennen, denn sie haben sich schließlich nur 5 Tage getroffen, wissen aber 5 Jahre voneinander. Kann man sich in dieser "kurzen" Zeit verlieben? Fraglich. 

Außerdem erwähnt Fallon am Anfang des Buchs, dass sie Insta-Love (Def.: Liebe auf den ersten Blick (ich kannte den Ausdruck davor auch nicht)) für unwahrscheinlich hält. Doch genau das ist ihr passiert und sie argumentiert dies damit, dass es bei den beiden etwas anderes war. Nein, war es nicht ?! 

Und jetzt zu dem Punkt, der gar nicht absolut nicht geht!!! Ben und Fallon sind dabei zu knutschen, als Fallon plötzlich Stop sagt. Anstatt aufzuhören, macht Ben weiter als wäre nichts gewesen und sagt so etwas wie: ,, Ich kann nicht aufhören. Ich habe dich doch so vermisst." Nach dieser komplett unangebrachten Antwort, macht Fallon nichts und küsst ihn einfach weiter und mag es sogar. 
1. Wenn eine Frau/Mann Stop sagt, ist es ein Stop und bedeutet auch Stop. Hände weg, Abstand. 
2. Warum wehrt sich Fallon nicht, wenn sie es doch nicht mag?
3. Warum hat sie es gesagt,wenn es ihr doch gefallen hat?

Natürlich es könnte eine Unsicherheit gewesen sein, aber das weiß Ben doch nicht und müsste eigentlich aufhören. Und auch wenn es von Fallon ein Ausrutscher war, merkt sie doch, dass Ben im Notfall nicht aufgehört hätte. Sorry, aber das geht gar nicht. 

Außerdem hat mich an einer ganz besonderen Stelle gestört, dass die Protagonisten sich eigentlich nicht zuhören. Hätten sie sich in Ruhe hingesetzt und die Sachen mal wie Erwachsene besprochen, hätten sie nicht Zuhause geweint, weil der andere so doof ist und sie sich wieder für ein Jahr nicht sehen. Wie schwer kann es sein sich mit einer Person zu unterhalten, die einen Fehler gemacht hat? Wegrennen ist nun mal keine Lösung. 

Das Buch ist in den 1.-5. 9. November unterteilt und somit liest man immer nur den 9.November. Doch was ist in den Jahren passiert, als sie sich nicht gesehen haben? Natürlich haben sie sich von ihrem Jahr erzählt, aber man kann nun mal nicht 365 Tage an einem Tag erzählen. Ich hätte ein paar Einblicke in das normale Leben der beiden gerne gehabt. 

Mit am meisten gespannt war ich auf den Colleen Hoover - Schockmoment. Wer schon mal ein Buch von ihr gelesen hat, weiß wovon ich spreche. Es macht BOOM! und man ist total geschockt. 
Und ich wusste wirklich nicht, ob das jetzt schon der Moment war. 2 Mal in diesem Buch habe ich mich das gefragt und bin zu dem Entschluss gekommen, dass der 3. Moment wohl der sein sollte. Eigentlich bin ich immer geflasht, aber hier? Nein. Ich fand es vorhersehbar. Geradezu langweilig. Und ich glaube ich bin da sehr alleine mit meiner Meinung. 
Doch was hinter diesem Moment steckte fand ich wirklich sehr gut und berührend. Ich glaube ich habe das Ganze etwas verwirrend ausgedrückt, aber alle die, die das Buch gelesen haben werden mich da verstehen. 

Das waren sie. Meine Kritikpunkte. 

An dem Buch gibt es wirklich nicht viel zu loben, aber was ich loben kann ist der unglaublich tolle Schreibstil von Ms. Hoover. Auch tolle Zitate hat sie in die Geschichte mit eingebracht, die ich mir sogar markiert habe. Ich merkte mal wieder wie gut Colleen Gefühle durch ihre Worte übermitteln kann. 

Die Aufmachung des Buchs fand ich wirklich schön. Vor jedem November gab es ein Zitat von Ben, weil er ein Schriftsteller ist und noch aus einem anderen Grund, den ihr beim Lesen selber erfahren müsst. 

Am Ende muss ich sagen, dass ich doch etwas traurig bin, dass mir das Buch nicht so gut gefallen hat. Eigentlich gehört Colleen zu einer meiner Lieblingsautoren. Naja, ich hoffe die nächsten Bücher, die ich dann von ihr lesen werde, sind besser. 

Euch würde ich raten, dass Buch trotzdem zu lesen, weil den allermeisten hat das Buch super gefallen und ich muss selber zugeben, dass es sehr berührend war. 

Damit verabschiede ich mich von euch. 
Macht´s gut!